Auf dem Wasser wandeln ist keine weltliche Tätigkeit, aber die Venezianer haben sich in ihrer Geschichte lieber dort als auf dem Land wohlgefühlt. Dieser Eindruck bekommt man bei der Besichtigung der Basilika:  Der Fußboden ist so wellig, dass er „el mar“, die See, genannt wurde und man fragt sich, ob es sich um eine gewünschte Wirkung handelt. Das unangenehme Gefühl zieht die Aufmerksamkeit der Besichtigter auf den Boden, der eine Explosion von Farben, Techniken und Stilen ist, die wie ein Marmorteppich fein genäht sind.

 

Vom Boden auf wird der Blick natürlich von hellen goldenen Wandteppichen ergriffen wie vom Mosaik, das nicht nur Mauern, Gewölbe und Decke schmückt, sondern es verziert die Basilika von unten aufwärts. Farben und Gestalt des Marmors sind vielfältig, aber nur zwei Techniken sind gegensätzlich zum Einsatz gekommen. Bei genauerer Betrachtung ist das Model „Opus Tessellatum“ zu bemerken, das aus kleinen Stücken, „tesserae“ genannt, mit derselben Quadratgestalt besteht. Ursprünglich galt diese Technik als die beliebteste der antiken Römer und später hat sie sich im Frühmittelalter weit verbreitet. Die kleinen „tesserae“ machen die wunderschöne gemalte Welt lebendig, die reich an Blumen, Pflanzen, Tieren und Vögeln ist, wo der bekannteste sicherlich der Pfau ist.

 

Die Werke aus kleinen Marmorstücken liegen oft neben größeren Marmorblöcken aus verschiedenen Farben und Gestalt, um standardisierte geometrische Motive und reguläre Modelle zu erschaffen. Daraus entstehen optische Täuschungen. Die Technik ist „Opus Sectile“ genannt und sie war besonders beliebt im alten Griechenland, wo als „Malerei mit Steinen“ bezeichnet wurde. Abgesehen davon, vergessen Sie nicht, Ihren Blick gelegentlich auf den Boden zu richten.